Schmieden
Postleitzahl: 07407

Bundesland: Thüringen

geo. Position: 50,80000 / 11,38333

Das im oberen Teil des Hexengrundes idyllisch zwischen hohen Bergen gelegene Dörfchen ist die kleinste Gemeinde im Hexengrund.

Urkundlich wurde es 1083 erstmals als " smiden" erwähnt.

Als einziges der erstmals 1038 erwähnten Orte, war es weder Amts- noch Adelsdorf;

sondern ein Bauerndorf.

Der Ortsname soll auf eine ehemalige Schmiede zurückzuführen sein.

Schmieden war eine Anspannstelle Fuhrwerke und Raststätte für die Reisenden.

Hier befindet sich auch der Ursprung des Wiedbaches, „der Kupferborn“, welcher durch den Hexengrund fließt.

Die kleine Kirche entstand, so wie sie heute zu sehen ist ca. 1734.

Wenn man durch Schmieden läuft, kann man sehr schöne Fassadenmalereien entdecken, welche auf den ehemaligen Berufsstand der Bewohner hinweisen.

Das alte Ortssiegel zeigt eine Linde als Sinnbild des Dorflebens, der Entwurf aus dem Jahre 1949 einen Zweig mit Kirschen

Engerda

Postleitzahl: 07407
Bundesland: Thüringen

geo. Position: 50,78333 / 11,40000

Engerda, der größte Ort im Hexengrund, wurde erstmals in den zwei Niederschriften aus dem Jahre 876 (in denen von der Entscheidung König Ludwigs des Deutschen über den Streit zwischen Erzbischof Luitbert von Mainz und Abt Sigihard von Fulda wegen der Zehnten von Ortschaften in Thüringen berichtet wird) erwähnt.

Der Name ist aus „Angeridi“ gebildet und bedeutet soviel wie ein „Ort im Wiesenland“.

Das Wahrzeichen von Engerda ist die Linde, die oberhalb des Dorfes an der Straße nach Schmieden steht.

Auch Engerda hatte ausgedehnte Weinkulturen, diese befanden sich in den Flurteilen: Moseltal, Brösitz, Gerehme, Günthersberg, Knörzel, Schützental, Treibe und Steirich.

In Engerda befindet sich der Kindergarten

der „Hexengrundknirpse“.

Die Kinder haben sogar ihr eigenes Lied.

Das Lied der Hexengrundknirpse, welches nach der Melodie der Vogelhochzeit gesungen wird.
Wappen nach 1949

Rödelwitz

Postleitzahl: 07407

Bundesland: Thüringen

geo. Position: 50,78333 / 11,41667

Rödelwitz wird auch erstmals im Jahre 1083 in der Schenkungsurkunde des Mainzer Erzbischofs Siegfried als „ Rodelewiz“ erwähnt.

Hier geht man davon aus, dass es sich um einen Mann mit dem Namen „Radlo (o. ä.)“ handelte.

Die Ortsgeschichte ist eng mit der Geschichte der Herrschaft und der Namensgebenden Burg (dem Schauenforst) verbunden.

Es war lange Zeit Hauptdorf und zuletzt einziges Dorf, der kurz vor dem Jahre 1344 aus der Grafschaft Orlamünde, herausgelösten kleinen Herrschaft Schauenforst.

Rödelwitz war ein ausgeprägtes Bauerndorf.

Die Rödelwitzer Flur und der Wald wurden größtenteils vom herrschaftlichen Vorwerk bewirtschaftet.

Zum Vorwerk gehörten eine Schäferei, ein Forsthaus und eine Kelterei.

Neben dem Acker- und Weideland gab es noch zahlreiche Weinberge am Schlossberg und bei Heilingen.

Bekannte Flurnamen für ehemalige Rödelwitzer Weinberge sind:

Schlossberg, Fuchsberg, im Diestal, am Kirchberg, an der Wache, sowie in der Neuschau.

Eine gute Einnahmequelle stellten auch die zahlreichen Wachholderbüsche dar.

Das ehemalige Ortssiegel aus dem vorigen Jahrhundert stellte das Bild eines schreitenden Hahnes dar, der Entwurf aus dem Jahre 1949 beinhaltet die Abbildung des Dorfteiches mit einer Baumgruppe und ein Gehöft im Hintergrund.

Später stellt das Siegel den Turm vom Schauenforst dar.
Wappen 1949

Dorndorf

Name: Dorndorf bei Rudolstadt

Postleitzahl: 07407

Bundesland: Thüringen

geo. Position: 50,85000 / 10,91667

Dorndorf wird im Jahre 1083 in der Schenkungsurkunde des Mainzer Erzbischofs Siegfried als Dorendorf erwähnt.

Für die Entstehung des Dorfnamen gibt es drei Varianten

1. eine Siedlung die auf einen Man namens Dor hinweist

2.die dornigen Brombeerbüsche die um das Dorf herum wachsen.

3. oder in Anlehnung an den Germanischen Gott Thor

Dorndorf war ein Amtsdorf.

Es war wie die übrigen Dörfer ein Weinbauerndorf, es besaß eine große Kelter, die der dortigen Kirche die Hälfte des Ertrages gab.

Weinberge werden hier im 15.u. 16.Jahrhundert in folgenden Flurteilen nachgewiesen: Teufelsberg, Fuchsberg, Angerhügel, Weidenberg, Baumgarten, Hain, an der Obermühle, Flederwisch, Borntal, Hundsrück und Maidental.

Die Thüringer Heimatdichterin Marthe Renate Fischer fand hier den Stoff für Ihren Roman "Die aus dem Drachenhaus"

Historische Baudenkmäler im Dorf sind:

- die steinerne Wölbbrücke, welche über den Wiedbach führt,

- sowie die Kirche mit ihrem Walmdach,

die auf einer romanischen Anlage erbaut wurde,

- weiterhin gibt es zwei Mühlen:

- die Obermühle, die heute die weltweit einzig funktionierende Teltonturbine besitzt ,

- die Dorfmühle, die nach jahrelangem Zerfall wieder aufgebaut wurde

Der ehemalige Besitzer der Dorfmühle Heinrich Gläser stiftete 1889 das Rosenfest, welches sich an das Rosenfest aus Lichstedt bei Rudolstadt anlehnte. Leider wurde diese schöne Tradition Ende der fünfziger Jahre eingestellt.

Nach 50 Jahren, im Jahre 2008 gab es wieder ein Rosenfest und es soll jetzt wieder alle 2 Jahre gefeiert werden.

Seit dem Jahre 1674 ist ein Ortssiegel bekannt. Es zeigt in mehreren Ausführungen eine Kirche, daneben eine Blume mit drei Blüten.

Zeitweilig wurde auch ein Siegel mit einer alten Wölbbrücke geführt. Dieses diente einem neuen Entwurf im Jahre 1949 zum Vorbild.

Heilingen

Heilingen gehört nach seiner Namensform zu den ältesten Ortschaften des Tales.

Die ersten Erwähnungen sprechen von „Heldinge“, darunter wird heute die Ansiedlung eines Mannes namens „Helid (Held)“ verstanden.

Auf eine Jahrhundert alte Verbindung mit Röbschütz weist eine zweite urkundliche Erwähnung aus dem 11. Jahrhundert hin. Sie nennt beide Orte unter dem gemeinsamen Namen: "Helidingi item Helidingi".

Heilingen war der Ort im Tal, der die umfangreichsten Weinkulturen unterhalten hatte.

Zur Weinlese wurden die Beeren zur Kelter im Siedelhof gebracht.

Mit der Zeit wurde die Weinlese mit einem kleinen Fest gefeiert.

Neben dem Weinbau war auch der Anbau von Hopfen verbreitet.

Die Heilinger Schenke gab es schon im 15.Jahrhundert. Im Jahre 1625 wurde festgelegt, dass in allen Dörfern des Hexengrundes bei Hochzeiten und darüber hinaus bis zu 3 Scheffel Malz jährlich zum Haustrunk gebraut werden durften. Das Brauhaus wurde noch im 19.Jahrhundert benutzt.

Zum alten Ortskern am rechten Bachufer gehörten eine Schmiede, eine Mühle, eine Schenke und einige Bauernhöfe.

Heilingen zeichnet sich durch gepflegte und gut erhaltene Fachwerkhäuser aus.

Es wurden aber auch wertvolle Gehöfte und Häuser abgerissen, zum Beispiel das alte spätgotische Pfarrhaus, welches 1890 einem Neubau weichen musste. Das alte Girbertsche Haus galt als älteste Bauernhaus in Thüringen, seine Erhaltung scheiterte am Starrsinn der zuständigen Behörden und der hohen Kaufsumme. Man konnte lediglich zwei Schrifttafeln und einen Gebälkausschnitt für das Heimatmuseum in Rudolstadt retten, sowie den Inschriftstein „GOT GEB GLICK VND SEGEN INS HAUS ANNO DOMINI 1619 HANS GISBERT“

Zeugen vergangener Zeiten:

- sind eine Gerichtsstätte mit Linde und einem Thingstein,

- eine Wehrkirche,

- ein Wohnstallhaus aus dem 17. Jahrhundert.

Weit über Thüringens Grenzen ist der Männerchor "Concordia" bekannt.

Röbschütz

Für die Entstehung des Ortsnamen gibt zwei Überlieferungen:
1.- Name entstand aus dem Begriff „ Rebenschützen“, das waren jene Menschen, welche die Weinreben bewacht haben.
2.- Der Ortsname „ Robesitz“ ist slawischer Herkunft. Er bezeichnet die Siedlung eines Rob, Robesch o. ä.
Auch Röbschütz besitzt eine alte Wölbbrücke, welche über den Wiedbach führt.
In der Bachaufwärtsführenden Wand befindet sich ein Stein, welcher die Zahl 1823 zeigt.
Leider kann nicht genau gesagt werden, ob es sich um das Jahr der Erbauung handelt oder um eine größere Erneuerung.
Hinter der Brücke steht das alte Gemeinde- oder Hirtenhaus, im Erdgeschoß ein Stein-, im Obergeschoß ein leichter Fachwerkbau mit Oberlaube und Außentreppe. Über der Haustür befindet sich ein Wappenstein: Das Bild eines Lammes wird durch die Inschrift „Das Röbschützer Gemeindesiegel“ umschlossen. Darunter ist die Jahreszahl 1787 vermerkt.
Die Röbschützer Weinberge lagen am Schlossberg, am Fuchsberg, am Kirchberg an der Wache und in der Neuschau.
Im Ort selber stand ein großes Kelterhaus. 
Im Jahre 1955 wurde Röbschütz nach Heilingen eingemeindet.
Das alte Siegel
Siegel ab 1949

Beutelsdorf

Postleitzahl: 07407

Bundesland: Thüringen

geo. Position: 50,78333 / 11,48333

Ersterwähnung 1350

Der Name soll von dem Personennamen „Butilo“ abgeleitet worden sein.

Es könnte sich um den Name des ersten Ansiedlers oder des Ortsgründers handeln.

Das zweireihige Straßendorf zieht sich beiderseits des Wiedbaches hin.

Zur Zeit der Ersterwähnung gehörten zum Dorf zwei Siedelhöfe oder Freigüter.

Eines wurde später oft als Rittergut bezeichnet und das andere als Vorwerk des Zeutscher Adelsitzes.

Im Jahre 1524 soll Dr. Martin Luther, nach seinem Rauswurf aus Orlamünde, hier Unterschlupf gefunden haben. Als dank sprach er einen Feuersegen über das Dorf aus, dieser hatte Jahrhunderte lang Kraft, denn erst 1894 brannte es wieder.

Ca. 1828 entstand in Beutelsdorf eine kleine Porzellanfabrik, diese hielt sich bis ca. 1925, es wurden Tassen, Pfeifenköpfe, Teile von Porzellanpuppen hergestellt.

Die Rohstoffe kamen aus einer nahe gelegenen Grube und wurden in der Massemühle aufbereitet.

Um 1900 gab es hier den jährlichen Bratwurstschmaus für das ganze Dorf.

Die Schenke war Gemeindeeigentum und die Jahrespacht wurde mit Bratwürsten für jede Familie bezahlt, abends gab es dann den Bratwursttanz.

einige Flurbezeichnungen:

Das Roth, Sommerleiten, Tiergarten, die Mühllängen, im Kahl, Oberdorfsfelder, Falltal, Hirschbühl, Sandberg, im Gries, Hirtenviertel, Wassertal

Siegel:

- in früheren Zeiten: ein Kleeblatt

- seit 1949 ein Beutel mit Herhausgefallenen Geldstücken;

- später wurde dieses durch das Bild der Massemühle ersetzt.